Was hat der Strompreis mit dem Strompreis zu tun?
20.04.09 17:30 Alter: 10 Jahre

Die Experten sind guter Hoffnung, dass die Kartellbehörde die Stromkonzerne tatsächlich in die Knie zwingt und niedrigere Großhandelspreise erreicht. Allerdings muss jedem klar sein, dass von jedem Cent Preissenkung des Großhandelspreises beim Stromkunden nur 0,33 Cent ankommen.


Quelle: Fotolia

 


Bonn (Strom-Prinz.de) - Das Bundeskartellamt will den vier Energieriesen EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall wegen zu hoher Strompreise genauer auf die Finger schauen. Es steht der Verdacht im Raum, dass die Stromkonzerne die Strommengen an der Leipziger Strombörse EEX absichtlich verknappen, um den Strompreis künstlich zu erhöhen.


Erzeugermonopol
Rund 80 Prozent der deutschen Stromproduktion liegt in der Hand der vier Stromkonzerne. Verbraucherschützer sehen darin einen der Hauptgründe für die hohen Strompreise in Deutschland. Immer wieder sind Wettbewerbsbehörden in den vergangenen Jahren dem Verdacht nachgegangen, dass einzelne Unternehmen mit ihrer Marktmacht die Preise manipuliert haben könnten - doch bislang waren Nachforschungen stets erfolglos.


Zusammensetzung Strompreis
Der Strompreis, den deutsche Haushalte heute zahlen, setzt sich aus drei Hauptbestandteilen zusammen: Abgaben/Steuern, Netznutzung und die tatsächlichen Stromkosten. Auf die Stromkosten entfällt allerdings nur rund ein Drittel des Strompreises, den der Verbraucher letztendlich zahlt.


Strombörse
Die European Energy Exchange (EEX) in Leipzig ist eine elektronische Börse für den Stromhandel. An ihr verkaufen und kaufen derzeit über 200 Handelsteilnehmer aus 20 Ländern Strom. Das jährliche Handelsvolumen der EEX betrug 2008 über 1.300 TWh, dies entspricht in etwa dem doppelten Stromverbrauch in Deutschland für dieses Jahr. Aufgrund des hohen Handelsvolumens der EEX bilden die EEX-Strompreise den Referenzpreis für den gesamten deutschen Strommarkt.


Großhandels- vs. Endkunden-Strompreis
Am Strom-Terminmarkt notierte am 23. Dezember 2008 die Grundlast für das Jahr 2009 (Phelix-Base-Year-Future) in Deutschland bei 56,21 Euro/MWh. Das entspricht 5,62 ct/kWh, macht inkl. Mehrwertsteuer 6,69 ct/kWh. Zum gleichen Zeitpunkt zahlt eine Familie mit einem Stromverbrauch von 4.000 kWh umgerechnet rund 20 ct/kWh. Dazwischen liegen über 40 Prozent Abgaben und Steuern sowie die Netznutzungsentgelte insbesondere der regionalen Stromnetzbetreiber. Last but not least muss der Verbraucher mit seiner Stromrechnung auch die Abrechnung, den Vetrieb und das Marketing der Stromanbieter zahlen.   


Nicht warten - wechseln!
Auch wenn die Kartellbehörde die Stromkonzerne dieses Mal tatsächlich in die Knie zwingt und niedrigere Großhandelspreise erreicht, werden die Auswirkungen auf den Strompreis überschaubar sein. Sinkt der Strom-Großhandelspreis um 1 Cent, kommen beim Stromkunden nur 0,33 Cent an. Der Wechsel des Stromanbieters macht da deutlich mehr Sinn, als hoffnungvoll auf die Kartellamtsentscheidung zu warten. Insbesondere, wenn der neue Stromanbieter einwandfreien Ökostrom anbietet. Der ist nämlich inzwischen oftmals deutlich günstiger zu haben, als der Atom- und Kohlestrom der Großkonzerne. Einfach mal den Stromrechner befragen!


 

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