Top Ten-Fragen und Antworten zum Energieausweis
2.03.09 14:05 Alter: 10 Jahre

Gut ein halbes Jahr nach Einführung des Energieausweises läßt der Kenntnisstand insbsondere von privaten Vermietern noch zu Wünschen übrig. Strom-Prinz.de hat die TOP-TEN der Fragen und Antworten zum Thema "Energieausweis" zusammengestellt.

Energieausweis

Bildquelle: Fotolia

 


Bonn (Strom-Prinz.de) - Zum halbjährigen Bestehen des Energieausweises führte das Emnid-Institut im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur (dena) eine repräsentative Umfrage unter 1.000 Vermietern durch: Bei privat vermieteten Wohnobjekten liegt nur bei 31 Prozent ein Energieausweis vor. Rund ein Viertel der Vermieter war unbekannt, dass inzwischen bei jedem Mieterwechsel ein Energieausweis vorliegen muss. Es droht sogar ein Bußgeld.


 


Die zehn häufigsten Fragen zum Energieausweis:


1. Wer muss einen Energieausweis vorlegen können?
Seit dem 01.01.2009 ist ein Energieausweis bei Neuvermietung/-verpachtung und Verkauf von Wohnimmobilien gesetzlich vorgeschrieben. Immobilien-Eigentümer sind auf Nachfrage verpflichtet dem Käufer/Mieter den Energieausweis vorzulegen.


2. Wer braucht keinen Energieausweis?
Immobilienbesitzer sind nicht verpflichtet einen Energieausweis vorlegen zu können, wenn es sich um bestehende Pacht- oder Mietverträge handelt, oder wenn das Gebäude ausschließlich selbst genutzt wird. Werkstätten, Industrieanlagen, landwirtschaftliche Nutzgebäude, Baudenkmäler, Gebäude für religiöse Zwecke und Wochenendhäuser, die weniger als vier Monate im Jahr genutzt werden sind ebenso von der Energieausweis-Pflicht ausgenommen.


3. Was passiert, wenn kein Energieausweis vorliegt?
Beim Energieausweis handelt es sich um ein Dokument, das von der Europäischen Gebäude-Richtlinie vorgeschrieben wird. Die Nicht-Einhaltung dieser Richtlinie wird als Ordnungswidrigkeit angesehen, können damit auch mehrfach anfallen. Das gilt auch für einen fahrlässig oder falsch ausgestellten Ausweis. Das max. Bußgeld kann bis zu 15.000 Euro betragen. Die genaue Höhe der Strafe wird sich aber wohl erst nach den ersten Gerichtsurteilen zu dem Thema einpendeln. Grundsätzlich fallen die Bußgelder nur an, wenn der Eigentümer auch verklagt wird.


4. Was passiert bei einem falsch ausgestellten Ausweis?
Auch bei falsch oder fahrlässig ausgestellten Energieausweisen handelt es sich um eine Ordnungswidrigkeit. Besonders interessant: im Falle eines Immobilienverkaufs kann es soweit kommen, dass der Käufer bei Falschangaben von einem Kauf zurücktreten und die angefallene Kosten auf den Verkäufer abwälzen kann. 


5. Was kostet ein Energieausweis?
Nach Angaben des Mieterbundes wird der Verbrauchsausweis zwischen 25 und 100 Euro und teilweise noch günstiger angeboten. Der Bedarfsausweis kostet je nach Aufwand und Größe des Hauses 200 bis 800 Euro.


6. Wer muss den Energieausweis bezahlen?
Für die Kosten des Energieausweises muss der Immobilienbesitzer aufkommen. Die Kosten können als Werbungskosten oder Betriebsausgaben abgesetzt werden. Es ist aber nicht möglich die Kosten des Ausweises auf die Mieter umzulegen, da es sich nicht um Betriebskosten handelt.


7. Was ist der Unterschied zwischen Verbrauchs- und Bedarfsausweis?
Beide Ausweise werden auf dem gleichen Formular ausgestellt, sehen also auf den ersten Blick gleich aus.
Der Verbrauchsausweis gibt den Energieverbrauch der Gebäudebewohner in den vergangenen drei Jahren für Heizung und Warmwasserbereitung an. Dazu werden z.B. die letzten drei Heizkostenabrechnungen, der Stromverbrauch oder der Gasverbrauch herangezogen. Entsprechend ist das Ergebnis im Verbrauchsausweis stark vom individuellen Nutzungsverhalten der Bewohner abhängig. Wird in einem energetisch schlechten Gebäude kaum geheizt, kann der Energieausweis trotzdem sehr gut ausfallen.
Hingegen wird im Bedarfsausweis der Energiebedarf eines Gebäudes berechnet. Dazu werden eine Vielzahl relevanter Daten erhoben. Von der Wohnfläche über die Dachform bis hin zu den Abmessungen der Fenster finden alle relevanten Daten der Immobilie Berücksichtigung. Die Ansätze für sinnvolle Modernisierungsmaßnahmen werden aus den Ergebnissen sofort sichtbar. Der Bedarfsausweis ist wesentlich aussagekräftiger als der Verbrauchsausweis und wird daher auch von der dena (Deutsche Energie-Agentur) empfohlen.


8. Wer muss einen Bedarfsausweis haben?
Die aufwändigeren und entsprechend auch teureren Bedarfsausweise sind rechtlich vorgeschrieben für Wohnimmobilien mit max. 4 Wohnungen deren Bauantrag vor dem 1.11.1977 gestellt wurde. Bei allen anderen Immobilien besteht Wahlfreiheit zwischen Bedarfs- und dem günstigeren Verbrauchsausweis. Dies gilt insbesondere auch für die o.g. Wohnimmobilien, wenn sie die Wärmeschutzverordnung von 1977 bereits bei der Fertigstellung erfüllten bzw. wenn sie nachträglich auf diesen Stand gebracht wurden.


9. Wer darf einen Energieausweis ausstellen?
Absolventen von Hoch- und Fachhochschulen einschlägiger Fachrichtungen, wie zum Beispiel: Architekten, Bauingenieure, Schornsteinfeger oder Versorgungstechniker. Für Wohngebäude ebenfalls ausstellberechigt sind Handwerksmeister, Handwerker mit bestimmten Voraussetzungen und staatlich anerkannte Techniker. Generell müssen Aussteller während des Studiums den Ausbildungsschwerpunkt "energiesparendes Bauen" oder nach dem Studium zwei Jahre Berufserfahrung absolviert haben. Es genügt aber auch, wenn eine entsprechende Fortbildung, die den wesentlichen Inhalten des Anhangs der EnEV 2007 entspricht, nachgewiesen wird oder man ein öffentlich vereidigter Sachverständiger ist.


10. Wie lange ist ein Energieausweis gültig?
Sowohl Bedarfsausweise als auch Verbrauchsausweise sind ab dem Tag ihrer Erstellung zehn Jahre gültig.


 


Weitere Infos und Downloads stehen im Bereich "Energieausweis" zur Verfügung.

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