SWU: erstes Holzvergasungs-Kraftwerk Deutschlands
7.05.09 15:27 Alter: 10 Jahre

Mit knapp 6,6 Millionen Euro Fördermitteln unterstützt das Bundeslandwirtschaftsministerium den Bau eines Holzvergasungsheizkraftwerkes in Senden, ein Projekt der Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU).

Biomasse Holz

Bildquelle: Fotolia

 


Bonn (Strom-Prinz.de) - Die geplante Anlage wird Strom und Wärme mit einem Gesamtwirkungsgrad von rund 80 Prozent erzeugen, das übertrifft die Werte herkömmlicher Biomassekraft- und –heizkraftwerke deutlich. Die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU) werden gleichzeitig Bauherr, Investor und Betreiber sein. Das Vorhaben der SWU mit einer Gesamtenergieleistung von 11 MW wird die erste große Holzvergasungsanlage diesen Typs in Deutschland sein.  


Durchbruch bei Biomasse
„Wir erhoffen uns von dieser Anlage nichts weniger als einen Durchbruch bei der dezentralen Strom- und Wärmeerzeugung aus Biomasse. Die Holzvergasung gilt als Schlüsseltechnologie - mit der geplanten Demonstrationsanlage, der ersten in dieser für den dezentralen Bereich wichtigen Größe in Deutschland, wollen wir zeigen, dass sie marktreif ist,“ erklärt Staatssekretär Dr. Gerd Müller. 


Kraft-Wärme-Kopplung
Das künftige Kraftwerk wird die Biomasse nicht verbrennen, sondern unter hohen Temperaturen verschwelen. Das dabei frei werdende Holzgas treibt zwei Motoren zur Stromproduktion an, die 4,5 MW liefern. Die zusätzliche Nutzung eines sog. Organic-Rankine-Cycle- (ORC-) Prozesses kommen nochmals circa 500 kW hinzu. Die entstehende Wärmeleistung beträgt 6,4 MW und soll in ein Fernwärmenetz eingespeist werden. Mittels dieser Kraft-Wärme-Kopplung wird ein Gesamtwirkungsgrad von bis zu 80 Prozent erreicht. 


Kleinstadt Senden zu 100% auf Ökostrom
Die jährlich 33 Mio. kWh Strom sollen den Stromverbrauch von 10.000 Haushalten decken. Damit ist alleine diese Anlage in der Lage, ganz Senden (21.000 Einwohner) mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Die Wärmeleistung von rund 40 Mio. kWh wird in erster Linie von der Industrie abgenommen. 


Restholz
Als Biomasse werden die SWU zunächst ausschließlich unbehandeltes Restholz nutzen. Der steht aus der Forst- und Landwirtschaft, Landschaftspflegehölzern aus den Städten Ulm und Senden sowie aufbereiteten Schwemmhölzern der SWU-Wasserkraftwerke zur Verfügung. Außerdem soll später mit Grünschnitt aus der Region experimentiert werden. Drei Silos können 3600 m³ Brennstoff aufnehmen. Die Anlage benötigt sechs Tonnen Holz je Stunde. 


Kosten
Inklusive der Infrastruktur (u.a. eine rund fünf Kilometer lange Fernwärmeleitung zwischen Senden und Neu-Ulm Ludwigsfeld) werden die Kosten auf rund 28 Mio. Euro veranschlagt. Aus dem Programm "Nachwachsende Rohstoffe" wird das Projekt mit 6,6 Mio. Euro vom Bundeslandwirtschaftsministerium gefördert. Das Gesamtprojekt fällt um rund 20 Mio. Euro teurer aus als der Bau eines mit Erdgas betriebenen Blockheizkraftwerkes. Allerdings wird mit einer Anlage dieser Größe absolutes Neuland betreten. Langfristig soll sich aber auch diese Investition lohnen. 


Start Ende 2010
Das Holzvergasungs-Blockkraftwerk soll im dritten
oder vierten Quartal 2010 in Betrieb gehen und dann einen wichtigen Part im Fernwärmenetz von Neu-Ulm und Ludwigsfeld übernehmen.


 


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