Sunmachine GmbH: Neustart für Pellets-BHKW
18.02.10 12:08 Alter: 9 Jahre

Geniales Technikkonzept, schwieriges Umfeld, technische Kinderkrankheiten, Schlingerkurs in der Geschäftsführung. So könnte man in Kürze die Situation bei der Sunmachine GmbH beschreiben.

Bild: Sunmachine GmbH

 


Kempten (Sunmachine/Strom-Prinz.de) – Die Sunmachine GmbH ist der einzige Hersteller von mit Holzpellets betriebenen Mini-BHKW, der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in seiner Liste der förderfähigen Mini-KWK-Anlagen aufgenommen wurde. Gute Voraussetzungen für einen wirtschaftlichen Erfolg sollte man meinen. Die Praxis sieht leider (noch) anders aus. 


Mini-BHKW für nachwachsende Rohstoffe
Die Sunmachine Mikro-Blockheizkraftwerke dienen in Einfamilienhäusern, kleineren Mehrfamilienhäusern und Gewerbeobjekten als umweltschonende Heizungsanlage, die neben Wärme auch Strom erzeugen. Seit 2008 ist die Sunmachine Pellet auf dem Markt, betrieben mit kostengünstigen Holzpellets als CO2-neutraler, natürlicher und nachwachsender Rohstoff. Das technologische Konzept des Sunmachine Mini-BHKWs wartet zudem mit technischen Highlights auf, die in der Branche für eine äußerst positive  Resonanz sorgten.


Absatzziele verfehlt, Anlaufschwierigkeiten unterschätzt
Überzeugt, den Markt im Sturm erobern zu können, richtete die alte Sunmachine-Geschäftsführung bis Mitte 2009 die Planungen auf ein schnelles Wachstum und den Ausbau der Produktionskapazitäten aus. Leider stellten sich die Planzahlen als deutlich zu optimistisch heraus. Bisher konnten gerade einmal 400 Sunmachine Pellet abgesetzt und installiert werden. Das Mini-BHKW zeigte zudem in der Praxis Optimierungsbedarf. Service- und Wartungsintervalle waren deutlich höher als erwartet. Mal bildeten sich unerwartete Ablagerungen bei der Verbrennung, mal gab es Probleme mit schwankenden Pellet-Qualitäten. Keine unlösbaren Aufgaben, aber aus Sicht von Endkunden wenig akzeptabel. Daran soll jetzt gearbeitet werden.


Entlassungen und Standortzusammenlegung
Ein im Juli eingestiegener Schweizer Hauptinvestor, der namentlich im Hintergrund bleibt, drängt jetzt offensichtlich auf tiefgreifende Einschnitte. Im Oktober 2009 wurde vor dem Hintergrund der Probleme bei der Zuverlässigkeit der Sunmachine die Produktion drastisch herunter gefahren. Nach in Spitzenzeiten 100 und mehr Sunmachines pro Monat, liegt die Produktion aktuell nur noch im einstelligen Bereich. Mit der Wiederaufnahme der Produktion ist nicht vor Mitte 2010 zu rechnen. Erst müssen die technischen Kinderkrankheiten ausgemerzt werden.
Anfang des Jahres erfolgte dann folgerichtig der Personalabbau vor allem in der überdimensionierten Produktion. Von den einstmals 130 Mitarbeitern, davon 70 alleine in der Produktion, die Sunmachine noch im ersten Halbjahr 2009 beschäftigte, wurde die Belegschaft auf aktuell 85 Mitarbeiter reduziert.
Die Geschäftsführung wurde hingegen um drei neue Mitglieder ausgeweitet. Im Januar übernahm Ralf Grass die technische Leitung, Heiner Hüppelshäuser wurde Leiter Entwicklung und Peter Berger neuer Leiter der Materialwirtschaft.
Damit nicht genug Veränderung – der ehemalige Unternehmenshauptsitz in Wilpoldsried ist bereits ins nahe gelegene Kempten umgezogen. In den nächsten vier bis sechs Wochen wird dann auch die Produktion von Kaufbeuren nach Kempten verlegt. Das Entwicklungszentrum verbleibt bisweilen in Nürnberg.


Pellet-Mini-BHKW mit richtungsweisender Technik
Grundsätzlich bietet die Sunmachine eine der faszinierendsten Technologien, die derzeit im Markt der Mini-BHKW verfügbar ist. Die Sunmachine heizt mit Pellets und erzeugt gleichzeitig Strom. 2 Kilogramm Pellets ersetzen 1 Liter Heizöl. Durch Erhitzen der Pellets entsteht brennbares Holzgas. Das Gas wird entzündet und die so entstehende ca. 850 Grad heiße Flamme treibt einen Stirlingmotor an. Anders als bei den üblichen Verbrennungsmotoren wird bei einem Stirlingmotor der Brennstoff nicht innerhalb des Motors verbrannt. Ein Stirlingmotor, oft auch als "Heißluftmotor" bezeichnet, wird durch eine äußere Energiequelle angetrieben.
Die Holzgasflamme, die bei der Sunmachine den Stirlingmotor befeuert, steht übrigens Kopf. Bei dem sogenannten Upside-down-Brenner düst die Flamme wie bei einer Rückstoßrakete mit 80-90 km/h von oben nach unten auf den Stirlingmotor. Durch die raketenartige Flamme entsteht ein sogenannter "Potenzialwirbel" der die wenige Asche, die bei der Verbrennung anfällt noch mehrfach weiterverbrennt bis hin zur Mineralisierung. Die verbliebenen Mineralpunkte werden mit dem Kondensat ausgespült und können bedenkenlos in die öffentliche Kanalisation geleitet werden.


Ökologisch und ökonomisch sinnvoll
Im Vergleich zu herkömmlichen Pelletheizungen hat die Sunmachine eine deutlich rückstandsärmere Verbrennung. Und gegenüber den überwiegend mit Gas oder Heizöl betriebenen Mini-BHKW anderer Hersteller ist die Sunmachine eine CO2-neutrale Alternative, mit der man sich nicht in Abhängigkeit zu Großkonzernen bzw. ausländischen Rohstofflieferanten gibt. Bezogen auf den Heizwert liegt der Preis je Kilowattstunde bei Pellets seit Jahren deutlich unter dem von Heizöl und Erdgas.


 


Weitere Infos auf unserem Schwesterportal BHKW-Prinz.de.


 


 

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