Stromverbrauch und Gasverbrauch gingen zurück
5.08.09 15:04 Alter: 9 Jahre

Der deutsche Stromverbrauch ist im ersten Halbjahr 2009 um rund 6 Prozent gesunken, der Gasverbrauch sogar um 11 Prozent. "Schuld" ist die verminderte Industrieproduktion.

Stromverbrauch Gasverbrauch

 


Berlin (BDEW) -  In ersten Erhebungen ermittelte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft den stärksten Vebrauchsrückgang, den die Strom- und Gaswirtschaft (BDEW) seit der Wiedervereinigung Deutschlands verzeichnete.


8 Prozent Gesamtrückgang
Mit 262 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) reduzierte sich der Stromverbrauch um rund sechs Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum (erstes Halbjahr 2008: 278 Mrd. kWh). Der Gasverbrauch sank im selben Zeitraum sogar um rund elf Prozent auf 469 Mrd. kWh (erstes Halbjahr 2008: 527 Mrd. kWh). Über beide Energieträger hinweg betrug der Rückgang zusammengenommen 8 Prozent.


Verminderte Industrieproduktion
Wichtigster Grund für den Rückgang des Strom- und Gasverbrauchs ist nach Angaben des BDEW die anhaltend verminderte Industrieproduktion. Die Produktionseinbußen in energieintensiven Branchen führen bereits seit Oktober 2008 zu einem niedrigeren Energiebedarf in Deutschland. Nach BDEW-Schätzungen ist der Gas- und Stromabsatz im ersten Halbjahr 2009 allein in der Industrie um rund 15 Prozent zurückgegangen.


Warme Witterung
Am deutlichsten sank die Energienachfrage im April 2009: So wurden etwa 25 Prozent weniger Gas und knapp 14 Prozent weniger Strom im Vergleich zum Vorjahresmonat an alle Kundengruppen abgesetzt, berichtete der BDEW. Dieses starke Minus sei aber auch durch die vergleichsweise deutlich wärmere Witterung sowie die Ostertage beeinflusst worden. Die Feiertage lagen diesmal im April und nicht im März. Die kühle Witterung Anfang des Jahres habe dagegen Absatz steigernd gewirkt. Zusätzlich haben die weniger konjunkturell beeinflussten Verbrauchergruppen Haushalte und Gewerbe, Handel, Dienstleistungen zur Stabilisierung der Energienachfrage beigetragen.


Erneuerbare Energien -17 Prozent
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V. (AGEB) berichtet zudem, dass auch die erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr einen geringeren Beitrag zur Energiebilanz leisteten. Die Stromerzeugung aus Windkraftanlagen lag witterungsbedingt mit über 17 Prozent im Minus, die Wasserkraft verminderte ihren Beitrag um rund 9 Prozent. Diesen Rückgängen standen Zuwächse bei der Biomasse und der Solarenergie gegenüber. Insgesamt verminderte sich der Beitrag der erneuerbaren Energiequellen zur Primärenergiebilanz des
ersten Halbjahres um 0,7 Prozent.


Veränderter Energiemix
Nach aktuellen Berechnungen der AGEB haben sich im ersten Halbjahr 2009 die Anteile der Energieträger im Energiemix leicht verschoben. Während das Mineralöl, die Braunkohle und die Erneuerbaren ihre Anteile ausweiteten,
büßten Erdgas, Steinkohle und die Kernkraft leicht ein.

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