Solarkraftwerk im All soll Strom zur Erde beamen
23.04.09 10:15 Alter: 10 Jahre

Der US-Stromanbieter PG&E unterzeichnete jetzt einen Abnahmevertrag über eine Leistung von 200 MW Strom aus dem Weltall. Power-Satelliten des Start-Ups Solaren sollen zukünftig den im Orbit produzierten Solar-Strom via Radiowellen zur Erde senden.


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Bonn (Strom-Prinz.de) - Solarparks im All werden bereits seit längerem von Wissenschaftlern höchst kontrovers diskutiert. Jetzt will das kalifornische Start-Up Unternehmen Solaren mit Hilfe von Venture Capital eine erste "Space Solar Power Station" im All errichten. Als Abnehmer für diesen Satelliten-Strom hat sich der kalifornische Stromkonzern Pacific Gas & Electric (PG&E) bereit erklärt.


Strom für 200.000 Haushalte
Bereits ab 2016 hofft Solaren, die Kunden des kalifornischen Stromkonzerns PG&E mit Solarstrom aus dem Weltall beliefern zu können. Zumindest hat sich PG&E bei der kalifornischen Regulierungsbehörde Public Utilities Commission (PUC) um eine Genehmigung bemüht. Die im Webblog des Unternehmens erwähnte Leistung von 200 MW reicht immerhin, um den Stromverbrauch von 200.000 Haushalten zu decken.


Kleine Firma, große Pläne
Solaren ist im kalifornischen Manhattan Beach beheimatet. Ein Team von rund 10 Ingenieuren aus der Satelliten- und Weltraum-Forschung forscht seit 2001 an einer geostationären Solar-Anlage. Das Konzept dieser Energie-Station im Orbit hat sich Solaren bereits patentieren lassen. Fernziel ist, das schier unerschöpfliche Potenzial der Solarenergie mit Kollektoren in geostationärer Erdumlaufbahn auszunutzen, um so möglichst umweltfreundlich den Energiebedarf unserer Zivilisation zu decken. Mithilfe der Hochfrequenz-Mikrowellen-Übertragung könnte der im Orbit gewonnene Strom an praktisch jeden Punkt der Erde übertragen werden. Der Anspruch des Unternehmens ist es, Strom zu einem wettbewerbsfähigen Strompreis zu liefern. Dazu soll das Team innerhalb der nächsten 12 Monate auf 100 Mitarbeiter aufgestockt werden.


Alte Technologie neu eingesetzt
Auch wenn es sich bei dem geplanten Weltraum-Solarkraftwerk um einen Prototypen handelt, ist man bei Solaren von der Praktikabilität der zugrunde liegenden Technologie überzeugt. Bereits seit 45 Jahren produzieren die Solarpanels von Satelliten im Orbit Strom, der für das Senden des Satelliten-Signals zur Erdstation verwendet wird. Das gleiche Prinzip der Radio-Frequenz-Energie will Solaren für seine SSP-Anlage verwenden. In einem von der Firma Managed Energy Technologies (MET) im Frühjahr 2008 unter Geheimhaltung durchgeführten Experiment gelang es bereits, Solarstrom mittels Mikrowellen über eine Distanz von 148 Kilometern zwischen den Inseln Maui und Hawaii zu "beamen" (Strom-Prinz Artikel).


Im Orbit ist Schatten Mangelware
Der größte Kritikpunkt der etablierten Strombranche an erneuerbaren Energien wie Windkraft und Sonnenenergie ist ihre mangelnde Grundlastfähigkeit. Die Stromproduktion ist nicht steuerbar und nur eingeschränkt planbar. Daher sind die Betreiber von Stromnetzen immer noch große Verfechter von Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken, die den Strom so liefern, wie er verbraucht wird. Solaren's Ansatz, die Sonnenenergie schon im Weltraum zu nutzen hat hier durchaus charmante Vorteile: das Sonnenlicht ist im Weltall, ohne dämpfende Atmosphäre, bis zu zehnmal so intensiv wie auf der Erde. Zudem kann der Satellit so positioniert werden, das er bis zu 97 Prozent der Zeit Strom produziert. Im Orbit ist Schatten Mangelware.


Unfassbare Energiemengen
Das Potenzial von orbitalem Solarstrom ist aus Sicht des Solaren CEOs Gary Spirnak nahezu unermesslich:"ein Quadratkilometer auf einer geostationären Orbit-Position empfängt jährlich ca. 212 Terrawatt-Jahre an Sonnenenergie. Das entspricht nahezu der Energiemenge aller erreichbaren Erdölvorkommen der Welt (ca. 250 Terrawatt-Stunden)."


HighTech meets Website
Die Internetgemeinde lästert derzeit allerdings über die eher irdischen Probleme, mit denen Solaren zu kämpfen hat: die Unternehmens-Website ist seit Tagen offline. Unter solarenspace.com kommt eine Benachrichtigung, dass die Seite das maximal erlaubte Datenvolumen überschritten hat und erst wieder freigeschaltet wird, wenn ein größeres Transfervolumen geordert wird. Geht ja schon mal gut los..

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