Öko-Viagra: Europas größte Holzpellets-Heizanlage
4.10.09 11:49 Alter: 9 Jahre

Viagra-Hersteller Pfizer, setzt in seiner neuen Holzpellet-Dampfkesselanlage am Standort Freiburg nachwachsende Rohstoffe zur Energiegewinnung ein. Das spart rund 5.500 Tonnen Kohlendioxid jährlich ein.

Holzpellets

 


Freiburg (Pfizer/Strom-Prinz.de) - Pfizer ist das gemessen am Umsatz größte Pharmaunternehmen der Welt (Viagra). Neben einem ausgeprägten Geschäftssinn, besitzt das Unternehmen aber auch ein Öko-Gewissen. Die Pfizer-Zentrale in New York hat für ihre Standorte in aller Welt bereits 1993 eine Selbstverpflichtungs-Erklärung abgegeben: Darin hat sich das Unternehmen unter anderem verpflichtet, bis zum Jahr 2010 rund 35 Prozent seines Stromverbrauchs durch "saubere" Energien zu decken. In der Öko-Metropole Freiburg, oft auch "grüner Leuchtturm Deutschlands" betitelt, legte man jetzt den Schalter für eine neue Dampfkesselanlage um.


Dampfkessel groß wie ein LKW
Das neue ökologische Herz des Pfizer-Standorts Freiburg schlägt in einer unscheinbaren Halle: Die Dampfkesselanlage ist die größte ihrer Art in Europa und hat Ausmaße von einem großen LKW. Anders als bei herkömmlichen Anlagen wird diese nicht mit fossilen, sondern ausschließlich mit nachwachsendem Brennstoff betrieben: Abfall- und Restholz aus der Region, verpresst zu kurzen, bleistiftdünnen Pellets. Heraus kommen 85 Prozent des für die Medikamentenherstellung nötigen Prozessdampfes und der Wärme, die im Werk für gleichbleibende Luftfeuchtigkeit und stabile Temperaturen sorgen. Nur so lassen sich die hohen Qualitätsstandards bei der Herstellung von Tabletten und Kapseln erfüllen. Mehr als 250 Millionen Medikamenten-Packungen verlassen das Freiburger Arzneimittelwerk jährlich.


5.500 t CO2 gespart
Durch den Einsatz von 5.000 Tonnen Holzpellets spart Pfizer pro Jahr rund 5.500 Tonnen Kohlendioxid sowie eine halbe Million Euro ein. Pfizer will bis 2012 rund 35 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energiequellen decken. In Freiburg liegt der Anteil erneuerbarer Energien dank der neuen Anlage bereits bei 74 Prozent. Die Anlage wird im nächsten Jahr durch einen Absorber mit Kraft-Wärmekopplung erweitert, dadurch kann sich das Werk Freiburg vollkommen energieautark machen.
65 Umweltschutzprojekte in vier Jahren


In Deutschland ist das Pfizer-Werk Freiburg Vorreiter:"Die neue Holzpellet-Dampfkesselanlage ist Teil unserer grünen Strategie, die sich ökonomisch wie ökologisch auszahlt", sagt Dr. Herbert Krasowski, Werksleiter bei Pfizer in Freiburg. "Der sparsame Umgang mit Energie und die Reduzierung von Treibhausgasen haben bei Pfizer weltweit hohe Priorität. Der Standort Freiburg spielt dabei eine Vorreiterrolle für die Pharmaproduktion weltweit." In den letzten vier Jahren hat das Unternehmen in Freiburg gut 65 Umweltschutzprojekte umgesetzt. Bereits heute kommen am Standort Techniken wie Photovoltaik, Geothermie und Wärmerückgewinnung zum Einsatz. In Freiburg sorgt z.B. eine Geothermie-Anlage für angenehme Heizwärme. Sie versorgt den Büro- und Laborkomplex über 19 Erdsonden mit Wärme aus 130 Metern Tiefe.


1,2 Mio. € investiert
Dem Start der Holzpellet-Anlage ging eine knapp anderthalbjährige Planungs- und Bauzeit voraus. Das alte Kesselhaus, etwa so groß wie eine Autowaschhalle, wurde teilweise um sechs Meter aufgestockt, damit der neue Dampfkessel Raum fand. Zur Lagerung des Brennstoffs entstand ein 350 Kubikmeter großer Silo. Die neue Holzpellet-Anlage ersetzte zwei bestehende Kesselanlagen aus den 1960er-Jahren. Zwei weitere Kessel wurden modernisiert und übernehmen künftig die Ergänzungs- und Spitzenlastfunktion. Das Investitionsvolumen betrug insgesamt 1,2 Millionen Euro.


Holzreste aus dem Schwarzwald
Die im Pfizer-Werk Freiburg verwendeten klimafreundlichen Holzpellets stammen aus dem Schwarzwald. Ausgangsprodukt sind naturbelassene Holzreste, die ohne Zugabe von chemischen Bindemitteln gepresst werden. Anders als bei fossilen Brennstoffen, deren Einsatz den Kohlendioxidgehalt der Atmosphäre erhöht, wird beim Verbrennen von Holzpellets nur die Menge an Klimagas frei, die Bäume zuvor gespeichert haben. Die kurzen Fahrwege zwischen Forst, Holzpellet-Produktion und Abnehmer verbessern die Ökobilanz zusätzlich. "Öl und Gas haben meistens lange Transportwege hinter sich. Mit Holzpellets setzt Pfizer dagegen auf einen Energieträger der Zukunft. Holz ist lokal verfügbar und macht uns ein Stück unabhängiger von Ölimporten und Energiepreissteigerungen", so Dr. Krasowski.


Mit Pellets im Privathaushalt heizen und Strom produzieren
Wie Sie mit Holzpellets nicht nur Ihr Haus heizen können, sondern auch gleichzeitig noch Ihren eigenen Strom produzieren, können Sie bei unserem Schwester-Portal BHKW-Prinz.de nachlesen.

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