Jülich: 1,5 Megawatt Solarkraftwerk eingeweiht
20.08.09 14:29 Alter: 9 Jahre

In Jülich ist ein in Deutschland bisher einmaliges Sonnenkraftwerk eröffnet worden. Die Forschungsanlage mit 2.153 Spiegeln hat 22 Mio. Euro gekostet und kann 350 Haushalte mit Strom versorgen.

Solarturmkraftwerk Jülich

Bildquelle: DLR

 


Jülich (DLR) - Das Solarturmkraftwerk dient nach Darstellung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) als Referenz für zukünftige kommerzielle Kraftwerke in Südeuropa und Nordafrika, die auch beim Wüstenstromprojekt Desertec eine tragende Rolle spielen. "Natürlich scheint in Jülich die Sonne nicht so oft wie in Nordafrika, aber bei einem Versuchskraftwerk, in dem die Technologie weiterentwickelt werden soll, ist die gute Anbindung an die Forschungsinstitute wichtiger als der Dauerbetrieb."sagte Professor Hans Müller-Steinhagen, Leiter der DLR-Instituts für Technische Thermodynamik anläßlich der feierlichen Übergabe.


Strom für 350 Haushalte
Das solarthermische Versuchs- und Demonstrationskraftwerk Jülich (STJ) wurde jetzt offiziell von "Kraftanlagen München", die die Anlage als Generalunternehmer errichtet haben, an den zukünftigen Betreiber, die Stadtwerke Jülich übergeben. Die Technologie für das Herzstück der Anlage, den Strahlungsempfänger (Receiver), wurde beim DLR entwickelt und patentiert.  Das Kraftwerk könnte nach Angaben der Stadtwerke Jülich den Stromverbrauch von 350 Haushalten produzieren. Die Kosten der Forschungsanlage werden mit 22 Millionen Euro angegeben.


2.153 Spiegel strahlen auf 22 m²
Auf einer Grundfläche von zirka acht Hektar sind 2.153 bewegliche Spiegel (Heliostate) mit einer Gesamtfläche von knapp 18.000 Quadratmetern aufgestellt. Diese folgen dem Lauf der Sonne und konzentrieren die Solarstrahlung auf einen rund 22 Quadratmeter großen Receiver, der an der Spitze eines 60 Meter hohen Turms installiert ist.


1,5 MW Leistung
Der Receiver besteht aus porösen keramischen Elementen, die von angesaugter Umgebungsluft durchströmt werden. Die Luft heizt sich dabei auf etwa 700°C auf und gibt die Wärme anschließend in einem Abhitzekessel an den Wasser-Dampfkreislauf ab. Der dort erzeugte Dampf treibt eine Turbine an, die über einen Generator Strom produziert. Das Kraftwerk wird im Nennbetrieb 1,5 Megawatt liefern.


Strom auch bei Wolken
In die Anlage integriert ist ein Wärmespeicher, der sich über zwei Stockwerke des Turmes ausdehnt. In diesem Wärmespeicher befinden sich keramische Füllkörper, die von Heißluft durchströmt und dadurch erhitzt werden können. Beim Entladen verläuft der Prozess umgekehrt, der Wärmespeicher gibt seine Energie wieder ab, so dass auch Strom produziert werden kann, wenn der Himmel wolkenverhangen ist.


Turmstockwerk für Experimente geplant
Auf etwa halber Turmhöhe wird eine Forschungsplattform eingerichtet. Hinter einer drei mal sieben Meter großen Öffnung, auf die sich die Heliostate des Kraftwerks ausrichten lassen, können die Forscher dort Experimente aufbauen. Geplant sind hier unter anderem Tests für neue Receiver und Experimente zur thermochemischen Herstellung von Wasserstoff durch Sonnenenergie.

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