Der charismatische Better Place-Gründer Shai Agassi gibt in einem Bloomberg Interview bekannt, dass im Pilot-Markt Israel bereits 20.000 Elektroauto-Vorbestellungen vorliegen.   Quelle: Better Place
Bonn (Strom-Prinz.de) - Vor etwa einem Jahr hat Better Place bereits 200 Mio. $ an Venture Capital für die Idee einer landesweiten Strom-Infrastruktur für Elektroautos eingesammelt, im Januar kamen noch einmal 135 Mio $ dazu. In Israel, dem Heimatland des ehemaligen SAP-Vorstandes und heutigen Better Place-CEOs Shai Agassi, nimmt das Projekt allmählich konkrete Formen an. Nach seinen Aussagen liegen bereits 20.000 Vorbestellungen für Better Place kompatible Elektroautos vor.
250.000 Park&Charge-Stationen Israel ist flächenmäßig nur wenig größer als Rheinland-Pfalz, ist aber deutlich dichter besiedelt und besitzt zudem keinerlei Rohstoffvorkommen. Ideale Voraussetzungen, um die Better Place-Vision erstmals Wirklichkeit werden zu lassen. Ende des Jahres sollen im Bereich von Tel Aviv genug Ladestationen installiert sein, um einen Feldversuch zu starten. In der zweiten Jahreshälfte 2010 sollen die Testteilnehmer dann über ganz Israel hinweg die neue Better Place-Infrastruktur nutzen können. Mitte 2011 soll dann der offizielle Marktstart des Better Place-Projektes stattfinden. Bis dahin sind 250.000 "Park&Charge"-Ladestationen geplant, die auf Parkplätzen und in Parkhäusern installiert werden. Die Viel- bzw. Langstreckenfahrer hofft man mit 100 Wechselstation für Akkupacks bedienen zu können.
Zu Hause laden oder unterwegs wechseln Agassi geht von einer Akkulösung aus, die sich in einem wesentlichen Punkt von allen bisherigen Elektroautos und auch von allen kürzlich vorgestellten Konzepten unterscheidet. Er glaubt, dass die Akku-Packs zukünftig standardisiert und austauschbar sind. Ganz so, wie die Batterien einer Taschenlampe. Fehlt die Zeit, den Stromverbrauch der Autobatterie wieder aufzuladen, kann ein Autofahrer eine der Better Place Wechselstationen anfahren und seine leeren Akkus gegen einen frisch geladenen Akkupack auszutauschen. Der Akku-Wechsel soll sogar schneller von Statten gehen, als ein regulärer Tank-Stop. Die erste Demo-Wechselstation wird in April im japanischen Yokohama in Betrieb genommen.
Kommt die Flatrate? Agassi vergleicht sein Better Place-System gerne mit dem heutigen Mobilfunkmarkt und zieht Paralellen zwischen der Art und Weise, wie wir heute Mobilfunk und Autos nutzen: "Wir glauben nicht, dass man zukünftig die Batterien kauft. Die Batterie ist ein Teil unserer Infrastruktur und nicht Teil des Autos. Was wir verkaufen sind die Kilometer. Das Auto kauft der Kunde wie bisher von seinem Händler". Ganz wie beim Handy bekämen Vielfahrer entsprechend günstigere Kilometer-Tarife als Wenigfahrer. Wer weiß, vielleicht erleben wir ja noch die Kilometer-Flatrate?!
Video Ein Video des vollständigen Bloomberg-Interviews mit Shai Agassi gibt im Bereich Strom-Videos.
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