Greenpeace wettert: Stromkonzerne klappern nur
20.04.09 16:29 Alter: 10 Jahre

Eine von Greenpeace in Auftrag gegebene Studie untersuchte die Zahlen der Energiekonzerne. Das Ergebnis ist verheerend. Bei RWE, E.ON & Co. gehört Klappern zum Handwerk, leider steckt nicht viel dahinter.


Bild: Greenpeace / Bernd Arnold

 


Greenpeace beauftragte das Institut für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), die Investitionsvorhaben der vier deutschen Stromanbieter E.ON, EnBW, RWE und Vattenfall zu untersuchen. Die große Frage: wie viel wollen die Energieriesen in den Ausbau der Erneuerbaren Energien investieren. Als Datenbasis dienten einfacherweise die Zahlen primär aus den Geschäftsberichten der Konzerne selber. 


Hauptverursacher von CO2
Die großen vier beherrschen 80 bis 90 Prozent der deutschen Stromproduktion. Da sie in erster Linie Kohle verfeuern, sind sie auch die Hauptverursacher von Treibhausgasen. Im Jahr 2007 stammten nur zwischen 2 und 20 Prozent ihres Stroms aus erneuerbaren Energiequellen - vor allem aus alten, längst abgeschriebenen Wasserkraftwerken. 


Desaströse Werte
Im Bundesdurchschnitt kamen 2007 10,8 Prozent des Stroms aus Windkraft, Sonne, Erdwärme und Biomasse. Doch es waren vorwiegend unabhängige Stadtwerke, Mittelständler und Privathaushalte mit ihrem geringen Marktanteil, die diesen Strom ins Netz einspeisten. Derzeit liegt der Anteil aus Wind, Biomasse, Erdwärme und Solarstrom am Kraftwerksmix der vier Stromriesen bei 0,1 bis 1,7 Prozent. Der RWE-Strommix enthielt 2007 z.B. nur 2,4 Prozent Strom aus regenerativen Quellen inkl. Wasserkraft. Rechnet man die seit Jahrzehnten bestehenden alten Wasserkraftanlagen heraus, waren es nur 0,8 Prozent. 


Zukunft kaum besser
Für die Zukunft haben E.ON und RWE Milliardeninvestitionen in Erneuerbare Energien angekündigt. Tatsächlich bleiben diese Summen weit hinter den Erfordernissen zurück. Bei E.ON beträgt der Anteil an den Gesamtinvestitionen unter 10 Prozent, bei RWE etwa 15 Prozent. 


Greenpeace prangert an
"Große Energiekonzerne blockieren mit ihrer Selbstbedienungsmentalität entscheidende Schritte für den Klimaschutz und die Versorgungssicherheit", sagt Andree Böhling, Energieexperte bei Greenpeace. "Sie verschleppen den Umbau der Energieversorgung und schaden mit monopolartigen Gewinnen dem Standort Deutschland. Auch die millionenschweren PR-Kampagnen können darüber nicht hinwegtäuschen."  


RWE widerspricht promt
"Die Investitionen der RWE von 2009 bis 2012 betragen 26 Milliarden Euro, davon fließen fünf Milliarden in erneuerbare Energien", sagte ein Konzernsprecher am Donnerstag. "Das macht 20 Prozent der Gesamtinvestitionen bis 2012 aus." Entsprechend der Studie sind es aber nur etwa 15 Prozent Investitionen in Erneuerbare Energien. Des Rätsels Lösung: Die IÖW-Studie basiert auf dem RWE-Geschäftsbericht von 2008 und dem dort genannten Zeitraum 2008 bis 2012. Um die Greenpeace-Kritik zu entkräften, nimmt RWE das Jahr 2008 nun aus der Rechnung heraus und reduziert die Gesamtinvestitionen von 33 auf 26 Milliarden Euro. Die für Erneuerbare Energien vorgesehene Summe liegt dagegen unverändert bei 5 Milliarden Euro. Damit erhöht sich deren Anteil an den Gesamtinvestitionen automatisch auf 20 Prozent. 


Jetzt zu Ökostrom wechseln
Wer bereits heute etwas für Investitionen in Erneuerbare Energien tun möchte, sollte sofort zu einem der Ökostrom-Anbieter wechseln. Der Stromanbieterwechsel hin zu einem echten Ökostrom-Anbieter bringt oft sogar eine deutliche Ersparnis gegenüber dem Grundversorgungtarif des regionalen Anbieters. Der Stromrechner von Strom-Prinz.de verfügt tagesgenau über alle Stromtarife inkl. der Ökostrom-Angebote. Stromverbrauch und Postleitzahl genügen als Angabe.


 


Quelle: greenpeace.de

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