Green Gecco investiert 1 Mrd. € in Öko-Kraftwerke
6.04.10 10:29 Alter: 10 Jahre

RWE-Innogy hat zusammen mit 26 Stadtwerken das Gemeinschaftsunternehmen Green Gecco zur Erzeugung regenerativer Energien gegründet und eine Investitionsbereitschaft von 1 Mrd. € signalisiert. Die Photovoltaik wurde dabei allerdings ausgegrenzt.

Green Gecco

 


Essen (RWE Innogy/Strom-Prinz.de) - Bisher sind vorwiegend Stadtwerke aus Nordrhein-Westfalen (z.B. DEW21, Stadtwerke Duisburg AGStadtwerke Hamm) und Niedersachsen an der Gesellschaft beteiligt. Dem Konsortium können sich jedoch zukünftig auch weitere Partner anschließen.


Grünes Kraftwerks-Portfolio angestrebt
Green GECCO (GEmeinsam Clever CO2 Optimieren) steht für die projektbezogene Zusammenarbeit zwischen den 26 Stadtwerken und der grünen RWE-Tochter "RWE Innogy". Ziel ist es, gemeinsam im Markt für regenerative Energien europaweit neue Projekte zu identifizieren, zu entwickeln und zu realisieren. Dr. Norbert Ohlms, Mitglied der Geschäftsführung von Green GECCO und Vertreter der Stadtwerke-Partner: „Green GECCO ist in seiner Art einzigartig: 27 Partner bündeln ihre Kräfte, um CO2 nachhaltig einzusparen. Dazu investieren wir auch außerhalb Deutschlands europaweit. Wir fokussieren uns nicht nur auf ein einzelnes Projekt, sondern wollen ein Portfolio verschiedener regenerativer Erzeugungsarten realisieren.“ Geplant ist die Entwicklung eines Projekt-Portfolios in den Bereichen Windenergie, Biomasse, Biogas und Wasserkraft zu entwickeln. Zudem stehen die neuen Technologien "solarthermisches Kraftwerk" und "Geothermie" im Fokus.


Dreiviertel-Mehrheit für Aufnahme neuer Projekt notwendig
Bereits im Februar hatten sich die 26 Stadtwerke und regionalen Energieversorger in einer eigenen Beteiligungsgesellschaft zusammengeschlossen. Diese hält mit der heutigen Unterschrift 49 Prozent am Green GECCO-Gemeinschaftsunternehmen, die übrigen 51 Prozent der Anteile liegen bei RWE Innogy, dem Unternehmen für Erneuerbare Energien im RWE Konzern. Die Aufnahme neuer Projekte in das Portfolio des Gemeinschaftunternehmens bedarf einer 75%igen Mehrheit der Projektpartner. Grundsätzlich kann sich Green GECCO an jedem geeigneten RWE Innogy-Projekt beteiligen. Prof. Fritz Vahrenholt, Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy, dazu: „Wir wollen mit Green GECCO viel bewegen. Um dem Unternehmen einen guten Start zu ermöglichen, haben wir uns verpflichtet, in den kommenden zwei Jahren Green GECCO jedes neue 100%ige RWE Innogy-Projekt in Deutschland anzubieten."


Erstes Projekt
Erstes Projekt des Joint Ventures ist der Windpark ‘An Suidhe’ an der windreichen Küste Schottlands. Der Windpark liegt acht Kilometer westlich von Inverary und ist seit Januar 2009 in Bau. Seine 23 Turbinen besitzen eine Leistung von 21 Megawatt. In etwa einem Jahr soll An Suidhe ans Netz gehen und dann den Stromverbrauch von 14.000 Haushalten decken.


RWE Innogy federführend
Bis 2020 plant ‘Green Gecco’ Investitionen in die Strom- und Wärmeproduktion aus erneuerbaren Energien von insgesamt rund einer Milliarde Euro. Die Kosten dafür bringen die Partner anteilig auf.
An dem Joint Venture hält die für erneuerbare Energien zuständige RWE-Tochter RWE Innogy mit 51 Prozent die Mehrheit. 49 Prozent entfallen auf die 26 Stadtwerke – im Schnitt hält jedes der Stadtwerke weniger als zwei Prozent. Somit dürften die Machtverhältnisse bei den Entscheidungsprozessen recht eindeutig sein, zumal die RWE an vielen der Stadtwerke zusätzlich Beteiligungen hält. In der Konsequent hat RWE über ihre grüne Tochter Innogy einen eleganten Weg gefunden, einen rund eine halbe Milliarde Euro schweren Investitionstopf anzuzapfen, ohne dass die Geldgeber allzu viel Einfluss nehmen können.


Photovoltaik ausgegrenzt
Der bekennende Photovoltaik-Kritiker Vahrenholt versetzt dem Solarstrom zwischen den Zeilen einen kleinen Seitenhieb, indem er Photovoltaik als einzige der relevanten Erneuerbaren Energien nicht nennt: „Von Wind, Wasser, Biomasse, Biogas, Geothermie bis hin zur Solarthermie werden wir gemeinsam die regenerative Energieerzeugung ausbauen. Der Investitionsrahmen, den wir uns gesteckt haben, ist ehrgeizig: eine Milliarde Euro bis 2020 – damit können wir viel bewegen!“.
SolarWorld-CEO Frank Asbeck hatte erst jüngst im Rahmen der Bilanzpressekonferenz der SolarWorld AG eine interessante Vermutung angestellt, warum der Energiekonzern RWE so gegen die Photovoltaik wettert: es sei die einzige „basisdemokratische Energie“. Logischerweise sei es den Energiekonzernen ein Dorn im Auge, dass jeder Hausbesitzer seinen eigenen Strom produzieren könne, ohne dass die Energiekonzerne das Geschäft unter ihre Fittiche bekämen. Sie würden sich lieber in den Bereichen engagieren, in dem sie bei Großprojekten mit millionenschweren Investitionen die Gelegenheit hätten, neue „Flaschenhälse“ zu produzieren, deren Kontrolle alleine ihnen obliege.


Andererseits muss jedem klar sein, dass ohne das entschlossene Engagement der Energiekonzerne wohl kurzfristig keine Energiewende eintreten kann. Große, investitionsintensive Projekte mit einem sofort spürbaren Beitrag sind in privater Initiative kaum zu bewältigen. Und wenn eine neue, ökologischere Energiezukunft in den Händen der Großkonzerne liegt, haben sie dieses Mal die Milliarden ihrer Strom- und Gaskunden wenigstens sinnvoll angelegt.


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