Gaspreiserhöhung bedroht Berlins Gaslaternen
5.01.09 12:29 Alter: 10 Jahre

Weil im vergangenen Jahr die Gaspreise gestiegen sind, muss der Berliner Senat 3,2 Milionen Euro mehr für die 44.000 Gaslaternen in Berlin bezahlen als bislang geplant.


 


Berlin (Welt) - Für den Gasverbrauch von 44 000 Laternen an Berlins Straßen im vergangenen Jahr muss der Senat 3,2 Millionen Euro mehr an den Berliner Gas-Grundversorger GASAG bezahlen als geplant. Insgesamt kostet das Gaslicht in Berlin 13 Millionen Euro. Pro Laterne macht das reine Gaskosten von 297 Euro. Der Grund für die Steigerung ist der deutlich angezogene Gaspreis. Das geht aus einem Bericht aus dem Haus von Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) hervor.


Ölpreisbindung
Der Gasliefervertrag des Landes Berlin mit der GASAG sieht eine quartalsweise Anpassung des Gaspreises vor. Die im Gasbereich berüchtigte Ölpreisbindung schlug nun voll durch: "Die exorbitante Steigerung der Ölpreise in 2008, insbesondere im zweiten und dritten Quartal, verursachen im Nachlauf eine erhebliche Steigerung des Arbeitspreises für die Gaslieferungen", so Staatssekretärin Maria Krautzberger. Ausgehend vom vierten Quartal 2007 stieg der Gaspreis im ersten Quartal 2008 um 10 und im zweiten Jahresviertel um 23 Prozent. Im dritten Quartal musste die Senatsverwaltung einen Anstieg des Gaspreises um 37, im vierten Quartal gar um 62 Prozent registrieren.


Bedrohte Gaslaternen
Die Berliner Gaslaternen sind seit vielen Jahren umstritten. Auch ihr Unterhalt ist deutlich teurer als der von Elektroleuchten. Laut eines Gutachtens könnte das Berlin durch eine Umstellung der Gas- auf Elektrolaternen monatlich bis zu 750 000 Euro sparen. Die Instandhaltung einer Gasreihenleuchte kostet umgerechnet pro Laterne 546 Euro, während eine Elektroleuchte nur mit 43 Euro pro Jahr zu Buche schlägt. Für die Umrüstung aller Gaslaternen auf Strom müssten allerdings etwa 80 Millionen Euro aufgewendet werden.


Rot-Grün für Austausch
Die Umweltpolitiker der rot-roten Koalition hatten sich Anfang Dezember 2008 für einen Austausch von 8.400 sogenannten Gasreihenleuchten ausgesprochen. Die aus den 50er-Jahren stammenden Laternen sollten in den nächsten fünf Jahren für 25 Millionen Euro gegen moderne, energiesparende Varianten ausgewechselt werden. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung verschob jedoch den Beginn wegen technischer Probleme um ein Jahr auf 2010.


Teure GASAG
Auch Berliner Privatkunden der GASAG zahlen vergleichsweise viel für ihr Erdgas. Während ein Münchner Haushalt mit einem Jahres-Gasverbrauch von 20.000 kWh "nur" 1.310 Euro zahlt, sind es in Berlin 1.495 Euro. Dabei könnte der Berliner gleiche Berliner Haushalt sein Gas auch rund 120 Euro günstiger beziehen, wenn er zu einem Gas-Discounter wechseln würde. Der Strom-Prinz Gasrechner zeigt, wie es geht.

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