EU fördert Nabucco Erdgas-Pipeline mit 250 Mio. Euro
27.01.09 12:40 Alter: 10 Jahre

Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat Europa offenbar einen Schock versetzt. Der Bau einer eigene Erdgas-Pipeline soll mit 250 Mio. Euro beschleunigt werden.


Bildnachweis: Wikipedia

 


Budapest (Strom-Prinz.de) - Nachdem die Forderungen nach alternativen Routen lauter geworden sind, setzt die EU verstärkt auf das Nabucco Erdgas-Pipeline-Projekt. Als Ergebnis einer internationalen Konferenz in Budapest, wird das Projekt jetzt erstmals direkte Finanzunterstützung von der EU-Kommission bekommen. Bisher hatten nur die Europäische Investitionsbank (EIB) und die Osteuropabank EBRD Kreditgarantien für Nabucco zugesagt. Bereits am Dienstag hatte EIB-Präsident Philip Maystadt erklärt, dass die EIB bis zu 25 Prozent der rund 8 Mrd EUR teuren Nabucco-Gaspipeline finanzieren wird.


RWE mit im Boot
Das Vorhaben wird von einem internationalen Konsortium aus Energiekonzernen unter der Führung der österreichischen OMV-Gruppe betrieben. Beteiligt sind an dem Projekt auch die deutsche RWE, die ungarische MOL, die türkische Botas, die Bulgarian Energy Holding sowie die rumänische Transgaz.


Von der Türkei bis Österreich
Die Nabucco Erdgas-Pipeline soll nach bisherigen Plänen an der Ostgrenze der Türkei beginnen und dann durch Bulgarien nach Rumänien, Ungarn und Österreich führen und auch für weitere Interessenten wie etwa Tschechien zugänglich sein. Wichtigster Endpunkt ist das österreichische Baumgarten an der March nahe der slowakischen Grenze. Dort liegt das zentrale Erdgas-Verteilerzentrum der OMV. Die Pipeline ist in einer Länge von ca. 3.300 km und einem Durchmesser von ca. 1,42 m geplant. Nabucco wird über eine jährliche Kapazität von 31 Mrd. Kubikmeter Erdgas verfügen. Zum Vergleich: der Gasverbrauch betrug 2007 in Deutschland rund 84 Milliarden Kubikmeter Erdgas. Der Baubeginn ist für 2011 vorgesehen. Die ersten Lieferungen mit einer Anfangskapazität von 8 bis 10 Mrd. Kubikmeter Erdgas werden für 2014 erwartet. Die Pipeline soll die EU mit den kaspischen Erdgasvorkommen verbinden. Als Lieferanten des Rohstoffes kommen Aserbeidschan, Turkmenistan und Kasachstan, aber auch Iran und Irak in Frage.


Gazprom plant Konkurrenz-Projekt
Als Konkurrenz-Projekt dazu plant der russische Energiekonzern Gazprom zusammen mit der italienischen Gesellschaft Eni eine neue Gas-Pipeline mit Namen South Stream, die von Russland durch das Schwarze Meer nach Bulgarien und weiter nach Serbien, Ungarn und Österreich sowie nach Griechenland und Italien verlaufen soll. 


Fördermittel locker gemacht
EU-Kommissions-Präsident Jose Manuel Barroso hat sich nach dem Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine entschieden, mit ungenutzten Krediten von 3,5 Milliarden Dollar die Energiesicherheit Europas zu erhöhen. Wie aus einem Entwurfpapier hervorgeht, soll auch Geld an Ausgleichsleitungen sowie Pipelines in Polen, Dänemark, Schweden, Italien und Griechenland fließen. Außerdem sollen Windenergieparks mit 520 Millionen Euro und Technologien zum Einfangen von Kohlendioxid-Emissionen von Kohlekraftwerken mit 1,25 Milliarden Euro gefördert werden. 


 


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