Strom-Discounter eprimo rettet RWE-Kundenbilanz
14.08.09 12:30 Alter: 9 Jahre

Der Energiekonzern RWE hat die Zahl seiner Stromkunden in Deutschland im ersten Halbjahr um 60.000 erhöht. Ohne die vertriebsagressive RWE-Tochter eprimo wäre allerdings ein deutlicher Kundenverlust zu berichten.

eprimo

 


Essen (Strom-Prinz.de) - Was RWE "eine positiven Trend in der RWE-Kundenbilanz" nennt, entspricht in der Praxis einem massiven Verlust im Kundenbestand der RWE-Mutter, der zum Glück für den RWE-Konzern durch den Kundenzuwachs der Discount-Tochter eprimo überkompensiert wird.


RWE-Mutter verliert über 100.000 Kunden
Bis zum Jahresende 2008 konnte eprimo die Zahl der Kundenverträge für Strom auf 422.000 und für Gas auf 14.000 steigern. Ende Juni 2009 sind es bereits 577.000 Stromkunden und 28.000 Gaskunden. Wenn eprimo im ersten Halbjahr 2009 den Kundenbestand um 169.000 steigern konnte, der RWE-Konzern im gleichen Zeitraum aber nur 60.000 Kunden mehr berichtet, heißt das im Umkehrschluss, dass die RWE-Mutter selbst über 100.000 Kunden an den Wettbewerb verloren hat.


Seriöse Mutter, rustikale Tochter
Während die RWE und ihre regionalen Töchter zwar teuer, aber kreuzbrav daher kommen, operiert die junge Tochter eprimo wesentlich agressiver im Markt. Möglich ist der eprimo-Kundenzuwachs zum einen durch die in der Tat günstigen eprimo-Tarife, zum anderen allerdings auch durch die recht rustikalen Vertriebsmethoden. Das vergleichsweise schlanke Unternehmen mit rund 65 Mitarbeitern arbeitet mit einer Armada an Vertriebspartnern zusammen. Darunter sind diverse Call Center, die im eprimo-Auftrag die Republik abtelefonieren oder auch sogenannte Promotoren, die von Haustüre zu Haustüre ziehen. Diese rein auf Abschlußprovision arbeitenden Vertriebspartner sind in ihren Verkaufsgesprächen mitunter recht erfinderisch. Die Stadtwerke Troisdorf sahen sich sogar genötigt, auf Ihrer Webseite die Kunden vor Haustürwerbern zu warnen: "Die Stadtwerke Troisdorf stellen hierzu klar: Die Stadtwerke haben weder das Netz noch die Stromversorgung an eprimo verkauft. Ebenso wenig arbeiten die Stadtwerke mit eprimo zusammen. Bitte achten Sie darauf, dass Sie keine Zählerstände oder Kundennummern an unbefugte oder auch Ihnen unbekannte Personen herausgeben."


Ranger Direktvertrieb
Neuerdings geht offensichtlich die Ranger Marketing & Vertriebs GmbH, Deutschlands absoluter Marktführer im Direktvertrieb von Energie- und Telekommunikationsverträgen, im Auftrag von eprimo auf Kundenfang. Was marketinggerecht "Direktvertrieb" heißt, wird innerhalb der Branche auch "Doorknocking" genannt - der Volksmund sagt meist schlicht "Drückerkolonne" dazu. Als Kunde von Ranger befindet sich eprimo allerdings in bester Gesellschaft. Ob Arcor, Hansenet/Alice, die Deutsche Telekom, Premiere oder Vodafone, im Neukundengeschäft drückt man gerne einmal beide Augen zu, wenn die Zahlen stimmen.

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