E.ON errichtet 100 MW Solarkraftwerk in Spanien
30.11.09 14:31 Alter: 10 Jahre

Die spanische Abengoa Solar und E.ON Climate & Renewables werden gemeinsam in Andalusien zwei Solarkraftwerke mit einer Leistung von je 50 Megawatt bauen und betreiben.

E.ON Solarkraftwerk

 


Madrid (Abengoa Solar/E.ON) – 
Die Anlagen Helioenergy 1 und 2 entstehen im südspanischen Écija in der Nähe von Sevilla, eines der Gebiete mit der höchsten Sonneneinstrahlung Europas. E.ON und Abengoa werden gemeinsam als strategische Partner 550 Mio Euro in die beiden Anlagen investieren.


Solar-Spezialist
Abengoa Solar verfügt bereits über einige Erfahrung im Bereich von Solarkraftwerken. Ende März 2007 ging das von Abengoa errichtete Solarturmkraftwerk “PS10“ mit einer Leistung vom 11 Megawatt (MW) und einem Jahresertrag von 23 Gigawattstunden (GWh) ans Netz. In der zweiten Ausbaustufe wurde 2009 eine Turmanlage mit 20 MW (PS20) errichtet. Neben diesen Solartürmen betreibt Abengoa verschiedene Solarparks mit den unterschiedlichen Solartechnologien.


Gebündelte Parabolrinnen
Auf einer Fläche von rund 210 Hektar soll nun die sogenannte „Parabolic-Trough-Technologie“ zum Einsatz kommen. Bei dieser Variante solarthermischer Kraftwerke bündeln Parabolrinnen das Sonnenlicht und erzeugen damit Dampf, der über eine Dampfturbine in Strom umgewandelt wird. Um den besten Wirkungsgrad zu erzielen, werden die Spiegelrinnen immer exakt der Sonne nachgeführt. Im Brennpunkt der Rinnen befindet sich ein Rohr, in dem Öl auf rund 400 C° erhitzt wird. Wie bei einer umgekehrten Zentralheizung wird das heiße Öl dann zu einem Kraftwerk gepumpt, wo die Hitze des Öls in Hochdruck-Wasserdampf umgewandelt wird.


Strom für eine ganze Stadt
Die angestrebte Leistung von jährlich 190 GWh Strom reicht aus, um den Stromverbrauch von mehr als 52.000 Haushalten zu decken. Die Technologie ist in idealer Weise dazu geeignet, den sommerlichen Spitzenbedarf abzudecken. Wenn gerade im Sommer die spanischen Klimaanlagen auf Hochtouren laufen, produzieren die Solartkraftwerke parallel ihre höchste Leistung.


Die tiefen Taschen der E.ON
Die Anlagen sollen 2011 beziehungsweise 2012 in Betrieb gehen. Die Beteiligung von E.ON an den Projekten bedarf allerdings noch der kartellrechtlichen Zustimmung der EU-Kommission. Santiago Seage, CEO von Abengoa Solar: „Mit E.ON als Projektpartner können wir in dem gewünschten Maße weiter wachsen und unsere Leistungsfähigkeit in Bereichen verbessern, in denen E.ON über weitreichende Erfahrungen verfügt.“
Frank Mastiaux, CEO von E.ON Climate & Renewables: „Solarstrom wird zu einem weiteren Grundpfeiler im E.ON-Portfolio für Erneuerbare Energien. Unser Einstieg in die CSP-Technologie ergänzt unser jüngstes Engagement bei der Photovoltaik. Damit stehen wir bei der Sonnenenergie jetzt auf zwei Beinen.“


Desertec läßt grüßen
E.ON ist übrigens wie Abengoa an dem Wüstenstrom-Projekt "Desertec" beteiligt. Die Düsseldorfer haben wohl auch eher den Technologie-Zugang im Blick, als die Rendite. Die ist nämlich nicht  so berauschend. Die Erzeugung einer Kilowattstunde in einem solarthermischen Kraftwerk kostet derzeit zwischen 15 und 23 Cent. Für jede Kilowattstunde Solarstrom, die in das spanische Stromnetz eingespeist werden, zahlt der spanische Staat 27 Cent – immerhin garantierte 25 Jahre lang. Wenn die angestrebten 190 GWh pro Jahr erreicht werden, wird E.ON‘s 275 Mio. Euro-Investition also im besten Fall in etwa 24 Jahren amortisiert sein.

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