Better Place stellt erste Akku-Wechselstation vor
13.05.09 10:06 Alter: 10 Jahre

Better Place, der kalifornische Infrastruktur-Betreiber für die Stromversorgung von Elektroautos, hat heute in Yokohama die weltweit erste Elektro-Tankstelle mit Roboter-betriebenem Akkuwechsel vorgestellt.

Better Place

Quelle: Better Place

 


Yokohama (Better Place) – Better Place, das kalifornische Unternehmen des ehemaligen SAP-Vorstands Shai Agassi, hat heute im japanischen Yokohama die weltweit erste Technologie für den Batteriewechsel von Elektrofahrzeugen sowie eine Ladestation für Elektroautos vorgestellt.


Zu Hause laden oder unterwegs wechseln
Better Place geht von einer Akkulösung aus, die sich in einem wesentlichen Punkt von allen bisherigen Elektroautos und auch von allen kürzlich vorgestellten Konzepten unterscheidet. Die Kalifornier glauben, dass die Akku-Packs zukünftig standardisiert und austauschbar sind. Ganz so, wie die Batterien einer Taschenlampe. Fehlt die Zeit, den Stromverbrauch der Autobatterie wieder aufzuladen, kann ein Autofahrer eine der Better Place Wechselstationen anfahren und seine leeren Akkus gegen einen frisch geladenen Akkupack auszutauschen. Der Akku-Wechsel soll sogar schneller von Statten gehen, als ein regulärer Tank-Stop. Die erste Demo-Wechselstation wurde im April im japanischen Yokohama in Betrieb genommen und heute der Öffentlichkeit vorgestellt.


Saubere Öko-Mobilität
Better Place wurde im Rahmen einer Machbarkeitsstudie als einziges nicht-japanisches Unternehmen vom japanischen Umweltministerium eingeladen, seine Technologie für den Batteriewechsel zu präsentieren. Anhand eines Nissan Crossover-SUV-Prototyp mit Einschub für Wechselbatterien wird Better Place den Batteriewechsel demonstrieren. Darüber hinaus zeigt Better Place, wie eine vor Ort installierte Ladestation ein Elektroauto mit fest eingebauter Batterie aufladen kann. Der Strom für das Wiederaufladen der Fahrzeugakkus wurde mit photovoltaischen Solarkollektoren der Firma Sharp gewonnen. 


Agassi stolz auf "Meilenstein"
„Der heutige Tag markiert einen Meilenstein – und das nicht nur für Better Place sondern für die gesamte Autoindustrie“, sagte Better Place Gründer und CEO Shai Agassi. „Seit nahezu einem Jahrhundert ist die Automobilbranche untrennbar an die Ölindustrie gebunden. Wir stellen heute ein Konzept vor, das fortschrittliche Technologien und Umweltschutz zu einer wirtschaftlichen und sauberen Mobilitätslösung vereint. Unser Modell bietet sowohl der Automobil- als auch der Energiebranche langfristige Zukunftsperspektiven und fördert durch Investitionen zudem die Entwicklung nachhaltiger Technologien“, so Agassi weiter.


Israel, Better Place & Renault-Nissan
Dass die erste Akku-Wechselstation ausgerechnet in Japan vorgestellt wurde, ist eher ein Zufallsprodukt. Ohne die Einladung zu der japanischen Machbarkeitsstudie, wäre die Präsentation wohl eher auf dem eigentlichen Testmarkt des Infrastruktur-Konzeptes von Better Place erfolgt: Israel. Dort arbeiten Better Place und Renault-Nissan gemeinsam daran, bis 2011 ein emissionsfreies, landesweites Mobilitätskonzept auf Basis von Elektrofahrzeugen zu realisieren. Better Place plant den Aufbau von Ladestationen auf privaten und öffentlichen Parkplätzen, vor Geschäften und Restaurants sowie in Gewerbegebieten. Die Batterie-Wechselstationen werden insbesondere für längere Fahrten eingesetzt und ermöglichen Autofahrern flexible Mobilität.


Robotersystem
Der automatisierte Wechselprozess wird in ungefähr einer Minute vollzogen und nimmt damit weniger Zeit in Anspruch als das Auffüllen eines herkömmlichen Benzintanks. Für Autofahrer ist der Batteriewechsel recht komfortabel, er kann während des Wechselprozesses im Wagen sitzen bleiben. Das Roboter-System der Better-Place-Station entfernt die entladene Batterie und transferiert im Austausch eine neu geladene in das Fahrzeug. Dazu arbeitet das System mit zwei Schlitten (Battery Shuttles), die sich auf einem automatischen Schienensystem bewegen. Ein Schlitten hält die voll geladene Batterie, die in das Fahrzeug eingesetzt wird, während das andere einfach die entladene Batterie entfernt. Zum Ende des Vorgangs sendet das Schienensystem die entfernte Batterie in einen Lagerbereich. Dort wird die Batterie aufgeladen und für den Einsatz im nächsten Fahrzeug vorbereitet. Die Battery Shuttles sind für viele verschiedene Größen und Formen von Batteriegehäusen konzipiert.


Alternative zum Fast Charge-Konzept
Die in Yokohama vorgestellte Wechseltechnologie wird für die kommerzielle Produktion von Wechselstationen weiterentwickelt. Die Wechselstationen sollen weltweit in allen Märkten zum Einsatz kommen, in denen Better Place den Ausbau seiner Infrastruktur plant. Zu den Ländern, die mit den Kaliforniern kooperieren wollen, gehören neben Agassis Heimatland Israel u.a. Dänemark, Kanada und Australien. „Das Konzept von Batteriewechselstationen ist aus unserer Sicht derzeit die schnellste und sicherste Lösung, wenn es darum geht, ein Elektrofahrzeug effizient wieder mit neuer Energie zu versorgen. Die Alternative einer Hochgeschwindigkeitsaufladung (Fast Charge) wirkt sich bei aktuellem Stand der Batterietechnik negativ auf die Lebensdauer der Akkumulatoren aus, da das Material sehr hohen Belastungen ausgesetzt wird.“, kommentiert Dr. Günter Hörcher vom Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung IPA und dort verantwortlich für die internationale strategische Zusammenarbeit. „An der Batteriewechsel-Technologie von Better Place begeistert mich, dass Autofahrer den gleichen Komfort genießen wie augenblicklich beim Tanken und das Modell auf eine elektromobile Zukunft mit höheren Batteriekapazitäten ausgerichtet ist“, so Hörcher weiter.


Video
Eine Demonstration der weltweit ersten automatisierten Wechselstation für den Akkupack von Elektrofahrzeugen ist im Bereich Strom-Videos verfügbar.


Ohne Ökostrom geht es nicht
Erst die Versorgung der Elektroautos mit Ökostrom führt zu einer emissionsfreien Elektromobilität und ist das erklärte Ziel von Better Place. Jeder Stromkunde in Deutschland kann seinen Stromverbrauch bereits heute vollständig mit Ökostrom decken. Je mehr Stromkunden auf echten Ökostrom wechseln (Zertifikate beachten!), desto schneller geht der Ausbau voran. Bereits heute liegen Stromanbieter wie z.B. LichtBlick mit ihrem zertifizierten Ökostrom preislich oft unter dem Grundversorgungstarif der örtlichen Stromversorger. Wer wechseln möchte, kann dies bequem und in nur wenigen Minuten online über den Stromrechner von Strom-Prinz.de erledigen.

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