Trick: Strompakete

Inhaltsübersicht:
  1. Das Prinzip
  2. Vorteile für den Stromanbieter
  3. Vorteile für den Kunden
  4. Risiken
  5. Ab wann zahlt man mehr als vorher?
  6. Strompaket-Anbieter

Das Prinzip

Mit einem Strompaket kauft man eine feste Menge Strom für einen genau bestimmten Zeitraum im Voraus (in der Praxis zumeist ein Jahr) und bezahlt meist per Vorauskasse. Monatliche oder quartalsweise Abschläge entfallen bei einem Strompaket.

Diese Stromtarife sind vergleichbar mit Minutenpaketen im Mobilfunk-Bereich. Braucht man Strompakete nicht auf, verfällt der Rest. Verbraucht man mehr Strom, muss man mit einem vergleichsweise hohen Preis je Kilowattstunde nachzahlen.


Vorteile für den Stromanbieter

Die Bezahlung der Strompakete bei Vertragsabschluss (Vorauskasse) hat für den Stromanbieter handfeste ökonomische Vorteile:

  • Kein Risiko des Zahlungsausfalls (da er erst Strom liefert, wenn das Geld auf seinem Konto eingegangen ist)
  • Mahn-/Inkasso-Aufwand stark reduziert
  • keine Bonitätsprüfung notwendig
  • Durch die Vorabzahlung hat der Stromanbieter sofort Geld in der Kasse (positiver Cash-Flow-Effekt), während er den Strom nur so einkauft und bezahlt, wie ihn der Kunde verbraucht. Das reduziert seine Kapitalkosten.

Unter Marketing-Aspekten ergibt sich bei einem Strompaket ein weitere Vorteil: der Stromanbieter ist in der Lage, für eine definierte Menge Strom einen 'optisch' günstigen Preis anzubieten. Dies ist für preisaggressive Stromanbieter wichtig, um im (Online-)Stromrechner vordere Plätze bei Standardverbräuchen (2.500 kWh, 3.000 kWh usw.) zu belegen.


Vorteile für den Kunden

Günstig. Die Kosten-Vorteile nutzen knapp kalkulierende Stromanbieter dazu, besonders günstige Stromtarife anzubieten. Bei richtiger Ausnutzung des Strompakets gehören Strompakete zu den mit Abstand günstigsten Angeboten im Markt. Sie empfehlen sich daher vor allem für Verbraucher, die ihren Stromverbrauch recht zuverlässig einschätzen können und deren Stromverbrauch stabil ist.

Preissicherheit. Der Preis für Strom liegt bei Abschluss des Vertrages für ein Jahr fest. Steigt der Strompreis im Laufe eines Jahres (was wahrscheinlich ist), kann der Anbieter nichts nachfordern. Pech für ihn, Glück für den Kunden.


Risiken

Verschenkter Strom. Wird weniger Strom verbraucht als mit dem Strompaket bezahlt, verfällt das Guthaben meist. 100 verschenkte Kilowattstunden haben immerhin einen Wert von ca. 18,50 Eur.

Nachzahlung zu erhöhtem Preis. Nachzahlungen sind kein Merkmal von Strompaketen. Auch bei regulären Tarifen mit Abschlagszahlungen drohen Nachzahlungen, wenn der Stromverbrauch des Kunden über dem bei der Kalkulation des Abschlags angenommenen Verbrauch liegt. Ein Mehrverbrauch wird bei den aktuellen Strompaketen hingegen zu einem erhöhten Stromtarif von 25-26 ct/kWh berechnet (reguläre Tarife meist 18-19ct/kWh).

Insolvenzrisiko. Geht der Strompaket-Anbieter pleite, dürfte das vorausbezahlte Geld verloren sein. Dieses Insolvenzrisiko besteht weniger bei etablierten Unternehmen wie z.B. Stadtwerken. Es ist hingegen größer bei vergleichsweise jungen Unternehmen mit aggressiven Vertriebskonzepten (sog. Vertriebsmaschinen), da hier die wirtschaftliche Substanz nicht immer hinreichend gegeben sein muss.


Ab wann zahlt man mehr als vorher?

Wenn sich nach einem Jahr herausstellt, dass man mit seinem Stromverbrauch daneben lag - kein Grund zur Panik! Bei einer Punktlandung ist die Ersparnis bei einem Strompaket natürlich am größten. Aber auch wenn man das Strompaket nicht optimal ausnutzt, ist der Spar-Bereich, in dem die Strompakete der Billig-Stromanbieter günstiger sind als die regulären Stromtarife der örtlichen Stromversorger, oftmals breiter als befürchtet.


Sparbereich ist erstaunlich breit. Im dargestellten Beispiel spart man mit einem 3.600 kWh-Strompaket (hier FlexStrom) gegenüber dem Grundversorgungstarif des regionalen Anbieters (hier Stadtwerke Bonn) im Bereich von 2.900 bis 6.000 kWh - immerhin 3.100 kWh!

Erst wenn man mit seinem Stromverbrauch außerhalb dieses Bereichs liegt, hat man eine Fehlentscheidung getroffen.

Eine Ersparnis von mindestens 50 Eur erzielt man im konkreten Beispiel eines 3.600 kWh-Strompakets im Bereich von immerhin 3.200 bis 5.100 kWh. Nach unten hat man also 400 kWh "Luft", nach oben sogar 1.500 kWh.

Tipp: Lieber ein kleineres Strompaket wählen!

Aus Angst vor Nachzahlungen tendiert man eher dazu, ein komfortabel dimensioniertes Strompaket zu wählen. Rechnerisch ist das falsch! Bei einem Strom-Mehrverbrauch ist man trotz Nachzahlung eher auf der sicheren Seite, als wenn man das Strompaket nicht vollständig ausschöpft. Daher sicherheitshalber lieber ein kleineres Strompaket wählen und im Zweifelsfall etwas nachzahlen. Wenn man z.B. 200 kWh nachzahlen muss, macht das im konkreten Beispiel 50,60 Eur aus. Bei dem regionalen Versorger zahlt man für die gleiche Menge 39,16 Eur. Die Differenz aufgrund des höheren Preises für einen Mehrverbrauch beträgt bei diesem Strompaket also gerade einmal 11,44 Eur. Angesichts der Gesamtersparnis von dann immer noch über 120 Eur keine große Sache.


Strompaket-Anbieter

Die Strompaket-Tarifform wird im deutschen Markt insbesondere von sogenannten Stromdiscountern angeboten:


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