Netznutzung

Inhaltsübersicht:
  1. Netznutzungentgelte
  2. Übertragungsnetze
  3. Verteilnetze

Nach dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) von 2005 sind sowohl die vier großen Übertragungsnetzbetreiber EnBW, E.ON, RWE und Vattenfall als auch die rund 900 regionalen Netzbetreiber verpflichtet, ihre Stromnetze für Konkurrenten zu öffnen. Dafür dürfen sie ein Nutzungsentgelt verlangen, das von der Bundesnetzagentur und - bei regionalen Energieversorgern wie etwa den Stadtwerken - von Landesregulierungsbehörden genehmigt wird.


Netznutzungentgelte

Die Netzentgelte tragen mit rund 25-30 % zum Strompreis privater Haushalte bei und liegen im Schnitt um 70 % über dem europäischen Durchschnitt.

Die oft auch Durchleitungsentgelte genannten Netznutzungsentgelte beinhalten die Kosten für Netzaufbau/Erhaltung, Pflege/Reparatur, Erneuerung sowie Umspannungen zwischen den verschiedenen Spannungsebenen, den Systemdienstleistungen für Frequenz und Spannungshaltung sowie der anteiligen Übertragungsverluste. 

Gesetzliche Grundlage liefert das Energiewirtschaftsgesetz (EnWG), das den Zugang zum Elektrizitätsversorgungsnetz in den §§ 5-8 regelt.

Die Netzbetreiber können die Netzentgelte nicht willkürlich festsetzen. Die Bundesnetzagentur überprüft und genehmigt die Netzentgelte, reguliert also die entsprechenden Preise. Die Kalkulationsmethode für die Netztarife war und ist allerdings Gegenstand heftiger Kontroversen. Grundsätzlich müssen die Preise müssen die Versorger nach dem Gesetz "kostenorientiert" festsetzen.

Insgesamt zahlen die Stromkunden jährlich alleine für die Netznutzung etwa 18 bis 20 Mrd. Euro. Der größte Anteil geht an die Betreiber der Verteilnetze.

Übertragungsnetze

Ca. 0,5 ct/kWh (gehen an 4 große Stromkonzerne)

Im Bereich der Höchstspannungsnetze (220/380kV) sind die Netze der einzelnen Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) über Fernleitungen zum nationalen Verbundnetz zusammengeschlossen. Zurzeit sind dies vier Netzbetreiber in Deutschland:

  • EnBW Transportnetze AG (umfasst das Netz der früheren Badenwerk AG und der EVS (Energie-Versorgung Schwaben AG)
  • E.ON Netz GmbH (umfasst das frühere Netz von PreussenElektra und der Bayernwerk AG)
  • RWE Transportnetz Strom GmbH (umfasst das frühere Netz der RWE und der VEW)
  • Vattenfall Europe Transmission GmbH (umfasst das frühere Netz der VEAG, der BEWAG und der HEW)

Verteilnetze

Ca. 4,9 ct./kWh (gehen an regionale Netzbetreiber)

Die Verteilnetze sind in der Tat besonders kostenintensiv. Die Leitungen des Niederspannungs-Netzes für die Verteilung vor Ort (240/400 Volt) sind in Deutschland überwiegend im Erdboden als Kabel verlegt (in Städten fast zu 100 %).

Neben den vier Übertragungsnetzbetreibern gibt etwa 900 weitere Netzbetreiber, die auf regionaler Ebene agieren und Stromnetze im Nieder- und Mittelspannungs-Bereich zur Stromversorgung unterhalten, um den Strom zu den Endverbrauchern zu liefern. Diese Stromanbieter werden Verteilnetzbetreiber (VNB) genannt.


  Über Uns  |  Impressum  |  AGB  |  Datenschutz  |  Werbung  |  Sitemap