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Die jungen Wilden. Bisher konnten sich im deutschen Strom-Markt de facto nur fünf unabhängige Stromanbieter erfolgreich etablieren. Keiner dieser Stromanbieter betreibt eigene Anlagen oder Stromnetze. Sie beziehen ihren Strom meist von der Leipziger Strombörse. Als Marketing-getriebene Unternehmen stehen die Strom-Discounter im Strom-Preisvergleich immer auf den vorderen Plätzen - wenn auch oft nur, weil tief in die Tarif-Trickkiste (Einmalbonus, Pakettarife, Vorauskasse, Kaution etc.) gegriffen wurde. Ihre Stromtarife sind meist auf spezielle Kundengruppe bzw. einen speziellen Stromverbrauch maßgeschneidert.

Um dem preisaggressiven Wettbewerb nicht tatenlos zusehen zu müssen, haben drei der vier Großkonzerne eine eigene Online-Tochter mit günstigeren Kostenstrukturen (insb. im Bereich Verwaltung, Vertrieb und Kundenbetreuung) auf den Markt gebracht:

Auch die ca. 700 Stadtwerke und kommunalen Energieversorger schließen sich immer weiter zusammen. Neben dem Konsolidierungstrend ist es schick geworden, eigene Online-Marken auf den Markt zu bringen. Allerdings halten auch bei den Stadtwerken in vielen Fällen die vier Großkonzerne maßgebliche Geschäftsanteile.

Unabhängige Ökostrom-Anbieter. Robin Wood listet gerade einmal vier Ökostromanbieter auf, die unabhängig sind, bundesweit tätig und deren Stromangebot nachweisliche einen positiven Umwelteffekt hat: Sonstige Ökostromanbieter. Die folgenden Unternehmen bieten zwar ausschließlich Ökostrom an, sind aber entweder nicht konzernunabhängig, oder beziehen ihren Ökostrom von Unternehmen der Großkonzerne:


Aus 8 mach 4. Vor der Liberalisierung des Strom-Marktes im Jahr 1998 lagen die Hochspannungsnetze in der Hand der von acht großen Stromanbietern, sog. Verbundunternehmen. Seitdem ist die Konzentration der Unternehmen sogar noch weiter fortgeschritten. Aus Preussen-Elektra und den Bayernwerken entstand der Stromanbieter E.ON. RWE schloss sich mit VEW zusammen. Aus Bewag, HEW, Laubag und VEAG wurde Vattenfall Europe. Damit sind in Deutschland die Hochspannungsleitungen der Spannungsebenen 220 kV und 380 kV im Wesentlichen Eigentum von nur vier Übertragungsnetzbetreibern: Monopolstellung Großkonzerne. Während die Monopolstellung der Strom-Großkonzerne bei den Übertragungsnetzen eklatant ist, sieht die Situation bei der Strom-Produktion und beim Strom-Verkauf nicht viel besser aus. Die Produktion liegt zu 80 % und der Verkauf von Strom zu mehr als der Hälfte in der Hand der vier großen Strom-Konzerne. Billiger Strom ist bei einer solchen Konzentration nicht unbedingt zu erwarten. Bleibt zu hoffen, dass sich der Markt ähnlich positiv entwickelt, wie der Mobilfunkmarkt. Dort herrscht mit den vier Mobilfunknetzten von T-Mobile, Vodafone, E-Plus und o2 eine vergleichbare Situation hinsichtlich der Infrastruktur. In diesem Markt kam der Preisverfall erst mit Aufkommen der Mobilfunk-Discounter, z.T. aus den eigenen Reihen (Simyo, Congstar), in Gang. Da inzwischen alle Stromkonzerne eigene Strom-Discounter aufgebaut haben, besteht also Hoffnung, dass mittelfristig auch im Strommarkt ein Preisverfall einsetzt.

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