RECS-Zertifikate

Inhaltsübersicht:
  1. Das System
  2. Schwunghafter Zertifikatehandel
  3. Etikettenschwindel
  4. Echter Umweltbeitrag zählt
  5. Bewertung
RECS Zertifikate

Das System

Gut 500 Stromversorger bieten inzwischen Ökostrom an, der allerdings aus ganz verschiedenen Quellen kommen kann: aus Sonne, Wind, Wasser - und manchmal auch aus Kohle- oder Atomkraftwerken. Verantwortlich dafür ist das RECS-System. Die Abkürzung steht für „Renewable Energy Certificate System“ und ist Teil des "European Energy Certificate Systems" (EECS).


Schwunghafter Zertifikatehandel

RECS gibt es seit 2002 in 15 europäischen Ländern. Es erlaubt beispielsweise großen Wasserkraftwerken, den von ihnen produzierten Ökostrom virtuell in die Bestandteile "Öko" und "Strom" aufzuteilen und unabhängig voneinander zu veräußern. Der Strom des Wasserkraftwerkes landet als ganz normaler "Graustrom" im Netz, das Prädikat "Öko" wird, symbolisiert durch die RECS-Zertifikate, an Energiehändler verkauft, die ihr Angebot ohne großen Aufwand "veredeln" wollen.

Ein RECS-Zertifikat stellt also den virtuellen Umweltvorteil dar, der bei einer Megawattstunde sauber erzeugter Elektrizität entsteht. Und dieser Umweltvorteil darf mit dem Erwerb solcher Zertifikate auf eine entsprechende Menge Strom übertragen werden - selbst wenn diese aus Umwelt gefährdenden Atom- und Kohlekraftwerken stammen.


Etikettenschwindel

Ein Betreiber z.B. eines schwedischen Wasserkraftwerkes, der für seinen Strom RECS-Zertifikate erhält, aber den Strom in Schweden nicht als Ökostrom verkauft (weil dort ohnehin fast ausschliesslich Ökostrom produziert wird), kann die überschüssigen Zertifikate verkaufen, zum Beispiel an einen Kohle- oder Atomkraftwerksbetreiber, der seinen Strom dann Ökostrom nennen darf. Der Effekt für die Umwelt ist in diesem Fall gleich null. Da das Angebot an Ökostrom mit RECS-Zertifikat weit höher ist als die Nachfrage, ist der Preis für ein Zertifikat sehr niedrig und die Umwandlung von konventionellem Strom in Ökostrom entsprechend billig.


Echter Umweltbeitrag zählt

Entscheidend ist die Frage, ob die Stromanbieter neue Wind-, Wasser-, Solar- oder Biomassekraftwerke bauen oder fördern. Denn nur ein Ökostromversorger, der auch neue Anlagen ans Netz bringt, verändert die Stromwirtschaft. Nur so wird schmutziger Strom verdrängt. Wenn Ökostrom mit dem Prädikat "ohne Aufpreis" angeboten wird, ist das ein erster Anhaltspunkt, dass es eine Mogelpackung ist. Denn der Ausbau des Ökostroms kostet Geld. Und nur wenn ein Teil der Stromrechnung für Neuanlagen aufgewendet wird, wird sich was verändern. Man sollte also fragen, welcher Betrag in Neuanlagen fließt. Ökostromanbieter die einen echten Umweltbeitrag leisten, finden Sie hier.


Bewertung

Nicht Empfehlenswert


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